Die Materialwahl für ein POS-Display richtet sich nach Einsatzdauer, Produktgewicht, Oberfläche und Handhabung. Karton und Wellpappe kommen für bedruckte Aktionsaufsteller infrage; Holz und Metall für längerfristig geplante Konstruktionen. Acryl eignet sich als Ansatz für transparente Produktaufnahmen und Ablagen. Häufig ist eine Kombination sinnvoll. Eine pauschale Traglast, Lebensdauer oder Umweltbewertung lässt sich aus dem Materialnamen nicht ableiten.

Konzeptillustration: Wellpappe, Birken-Sperrholz, beschichtetes Metall und transparentes Acryl als Materialmuster.

Vier Display-Materialien im Vergleich

MaterialMöglicher EinsatzBei der Planung prüfen
Karton / WellpappeBedruckte Aktionsdisplays und faltbare Konstruktionen.Aufbau, Verstärkungen, Feuchtigkeit und Transport.
Holz / HolzwerkstoffeLängerfristige Regale und sichtbare Holzoberflächen.Plattenart, Kanten, Verbindungen und Oberflächenpflege.
MetallRahmen, Haken, Lochbleche und tragende Bauteile.Werkstoff, Profil, Verbindungen und Beschichtung.
AcrylglasTransparente Ablagen, Aufnahmen und Produktpräsenter.Stärke, freie Spannweite, Kanten und Reinigung.

Karton und Wellpappe für bedruckte POS-Displays

Karton und Wellpappe sind unterschiedliche Papierwerkstoffe. Wellpappe besteht aus einer oder mehreren gewellten Papierbahnen mit verklebten Deckbahnen. Für ein Display zählen deshalb nicht nur die sichtbare Dicke, sondern auch Wellenaufbau, Papierqualität, Faltung und Verstärkungen.

Für eine zeitlich begrenzte Aktion kann eine bedruckte, faltbare Konstruktion ein passender Ausgangspunkt sein. Klären Sie vorab, wie häufig der Aufsteller bewegt wird und ob Feuchtigkeit bei Lagerung, Transport oder Reinigung eine Rolle spielt. Aussagen zur Belastbarkeit müssen sich auf die konkrete Konstruktion beziehen; FEFCO beschreibt verschiedene Prüfmethoden für Wellpappe, nicht eine universelle Display-Traglast.

Holz und Holzwerkstoffe für längerfristige Displays

Ein Holzdisplay kann aus Massivholz oder aus Holzwerkstoffen bestehen. Sperrholz, MDF und andere Platten sind keine austauschbaren Spezifikationen. Sperrholz setzt sich aus miteinander verleimten Lagen zusammen; MDF ist eine Faserplatte. Sichtbare Kanten, Befestigungen und Oberflächen unterscheiden sich entsprechend.

Benennen Sie die gewünschte Optik und die Nutzung im Markt. Soll die Holzstruktur sichtbar bleiben, soll die Fläche lackiert sein oder soll ein Branding später gewechselt werden? Für eine wiederholte Nutzung sollten Verbindungspunkte, Reinigung und ersetzbare Teile bereits bei der Konstruktion berücksichtigt werden.

Metall für Display-Rahmen, Ablagen und Haken

Metall ist eine Werkstoffgruppe, keine fertige Konstruktionsvorgabe. Bei Rahmen, Lochblechen, Ablagen und Haken müssen das konkrete Metall, die Materialstärke, Profilform und Verbindungen zusammen festgelegt werden. Eine schlanke Optik belegt keine bestimmte Tragfähigkeit.

Geben Sie an, ob das Display häufig umgesetzt oder zerlegt werden soll. Besprechen Sie Eigengewicht, zugängliche Kanten, Bodenkontakt und Anforderungen an die Oberfläche. Eine gewünschte Beschichtung und ihre Farbe gehören ins Briefing; die Eignung für Reinigung oder eine feuchte Umgebung muss zur angebotenen Ausführung passen.

Acryl für transparente Produktpräsenter

Acrylglas bezeichnet hier den Kunststoff PMMA, kein mineralisches Glas. Transparente Ablagen und Aufnahmen können den Blick auf ein Produkt freihalten. Für die Planung sind Materialstärke, freie Spannweite, Kantenbearbeitung und die Art der Verbindung entscheidend.

Beschreiben Sie, welche Flächen Kunden berühren und wie das Display gereinigt werden soll. Stimmen Sie Reinigungsmittel und Transportverpackung mit der konkreten Materialausführung ab. Transparenz allein ist kein Nachweis für Kratzfestigkeit oder Belastbarkeit. Bei Kombinationen mit Holz oder Metall müssen auch die Übergänge und Befestigungen geprüft werden.

Eine mögliche Anwendung sind unsere Produktpräsenter.

Traglast am vollständigen Display beurteilen

Die erforderliche Belastung ergibt sich aus Produktgewicht, Anzahl und Verteilung auf den Ablagen oder Haken. Teilen Sie diese Angaben je Ebene mit. Neben der Belastung einer einzelnen Ablage gehören die Verbindungen und die Standsicherheit des gesamten Displays in die Prüfung.

Ein Muster mit realistischer Bestückung hilft dabei, Entnahme, Nachfüllung und Handhabung zu beurteilen. Vereinbaren Sie vorab, welche Merkmale geprüft werden und wie die Freigabe festgehalten wird. Aus einer Konzeptabbildung können keine zulässigen Lasten oder zugesicherten Eigenschaften abgelesen werden.

Mehr zum Vorgehen finden Sie unter Bemusterung und Freigabe.

Materialkosten, Wiederverwendung und Entsorgung abwägen

Vergleichen Sie Angebote für denselben Einsatz und denselben Leistungsumfang. Neben dem Material beeinflussen Konstruktion, Druck, Menge, Montage und Versand die Kosten. Ein niedriger Materialpreis macht eine Lösung nicht automatisch wirtschaftlicher.

Planen Sie bei wiederholter Nutzung den Austausch von Grafiken und Verschleißteilen mit ein. Für die spätere Entsorgung sind trennbare Materialien und die örtlichen Sammelwege relevant. Recycling- oder Zertifizierungsaussagen sollten sich auf die angebotene Ausführung und vorhandene Nachweise beziehen. Aus der Materialfamilie allein ergibt sich kein pauschaler Nachhaltigkeitsvorteil.

Vertiefende Möglichkeiten zeigt die Übersicht Materialien und Verarbeitungsoptionen.

Halten Sie Ihre Anforderungen anschließend fest: Checkliste für Ihre Anfrage.

Fachquellen und Einordnung

Wissen & Ratgeber